• Die Phasen auf der Therapie

    In der Neumühle hat es verschiedene Entwicklungsphasen gegeben, da gabs die weisse Phase, das waren die Anfänger in der Aufnahmegruppe. Wenn du dann in die Stammgruppe gekommmen bist, warst du in der blauen Phase. Nach einer gewissen Zeit in der Stammgruppe und der dazugehörenden Reflektion konnte man dann die erste Heimfahrt antreten und kam damit in die gelbe Phase. Ca. die letzten drei Monate der Therapie war man in der Aussenorientierung, da hat man sogar ein Praktikum bei irgend ner Firma gemacht. Was für eine Farbe die Aussenorientierungsphase hatte, weiss ich nicht mehr. Auf jeden Fall hing an der Rezeption am Eingang eine grosse Tafel mit den Namen von uns und den dazugehörigen Phasenfarben. Und je weiter man war, desto höher rutschte man, und desto weniger waren es in der gleichen Phase oder Farbe. Du konntest dir vormachen, dass du nach oben rutschst und elitär wirst, weil unten sind viele, aber ganz oben sind es wenig. Schwachsinn, aber man kann es machen.

    Die Reflektion, die ich erwähnte, war eine schriftliche Aufgabe. Man sollte einen Zustandsbericht oder auch einen Entwicklungsbericht mit den Erfolgen zusammenschreiben. Also eine Selbstreflektion. Irgendwie zog ich allen möglichen Kram an den Haaren daher in meinem Bericht, aber ich bekam mein Gelb und durfte somit nach ca. 8 Monaten auf die erste Heimfahrt. Aber vor dieser Heimfahrt erlaubte ich mir auch noch ein paar Sachen, die für Normalmenschen geringfügig sind, aber auf einer Therapie ist das schon Sanktionen wert. Da wird ganz genau geschaut und vor allem nicht nur von den Therapeuten, sonder auch von den anderen Patienten. Man soll halt aufrichtig sein und petzen, das ist so eine Übung für das spätere Leben, genauso wie die Offenheit, die man leben soll. Die Offenheit ist ja wohl genau das, womit man im echten Leben immer wieder auf die Schnauze fällt, aber man kann es ja mal auf Therapie testen, ist schon schön, wenn man offen sein kann und niemand schlägt einen. Aber reell ist es eben nicht in dieser globalen Welt.

  • Schöner Sommer mit Heroin

    Ich habe seit Juli kontinuierlich und regelmässig Heroin konsumiert. Damals bin ich in den Park zu meinen Leuten und wen treffe ich nach über zehn Jahren mal wieder? Den glimmer twin, das hat mich echt gefreut, wir kennen uns seit ungefähr 25 Jahren, also aus den Zeiten, wo wir noch brav waren und nur Hasch geraucht und Trips geschmissen haben. Irgendwann habe ich glimmer twin, wie viele andere aus den Augen verloren. Jedoch habe ich die Leute immer wieder getroffen, die meisten anderen waren auch auf harte Sachen draufgekommen. Auf jeden Fall bin ich an diesem Abend mit glimmer twin heimgefahren, er hatte mich gewarnt, dass er sich einen Druck machen muss daheim. Und er fragte mich nach seinem Druck, ob ich auch was haben wollte, klar wollte ich nach über dreizehn Jahren ohne Opiate mal wieder schlecken. Ich rauchte ein kleines Blech und mir ging es gut, es war zwar Strassendreck, aber nachdem ich ja jungfräulich war, war ich wirklich zufrieden, gut aufgewärmt und wohlig in mir selber aufgehoben. Es ist einfach ein gutes Gefühl, das kann keiner abstreiten, der es selber kennt. Ich war endlich mal seit über einem Jahr nach der Trennung wieder zufrieden und machte mir keinen Kopf über meine vermeintlich beschissene Situation mehr.

    Ich muss gleich mal sagen, dass ich immer nur Mengen im Bereich von einem halben oder einem Zehntel genommen habe am Tag, ich habe mich nicht hochdosiert und ich habe nicht täglich konsumiert. Aber immer, wenn ich konsumiert habe, dann habe ich ein gutes Gefühl gehabt, ich kenne es ja zur Genüge, aber ich habe mich mit immer dem gleichen zufrieden gegeben, ich habe auch niemals die Lust auf einen Druck verspürt, ich wollte einfach anders mit dem Gift umgehen, als früher und das habe ich auch geschafft.

    Ich bin ganz sicher, dass Heroin für mich das beste Anti-Depressivum ist, solange es in einer annähernd homöopathischen Dosis verabreicht wird. Solange einfach dadurch die Depression abgeschalten wird und eine gewisse Zufriedenheit eintritt, nicht ein Koma oder ein Zustand des Dämmerns. Ich will mein Leben mitkriegen, aber ich weiss, das geht auch trotz Heroin, der Gebrauch ist entscheidend. In dieser Gesellschaft kann kein normaler Umgang mit diesem Stoff geübt werden, dazu wird das alles viel zu sehr verdammt. Das zerstört viele Leben nachhaltig, nicht der Süchtige selber ist Schuld daran.

    Ich bin nicht körperlich abhängig, ich teste das gerade, mir geht es auch ohne das Zeug gut. ICh fühle mich gut und ich mache mehr, also habe ich auf jeden Fall eine Weiterentwicklung durch meinen monatelangen Konsum erfahren, das ist einfach wunderbar und zeigt mir, dass ich mir keine Gedanken machen muss, was ich gerade mache. Wenn ich es selber will, dann werde ich alle Felsen umschiffen und auf alles scheissen, was mir in den Weg kommt. Wenn ich es will, dann bleibe ich aber bei der ersten Klippe hängen und gehe unter. Das ist das wunderbare im Leben, ich allein entscheide, wie mein Leben läuft. Und diese Erkenntnis habe ich nun wieder ganz eindeutig gewonnen. Und jetzt soll es wieder lebenswert werden nach fast zwei Jahren durchhängen und Alkoholausfällen.

  • Was soll das ganze überhaupt?

    Das ist die Frage, die immer wieder im meinem Kopf kreist. Aber ich komme nicht auf die Antwort. Ich schreibe hier meine Drogenvergangenheit, weil ich jemanden kenne, der ein Buch über seine Drogenvergangenheit geschrieben hat. Derjenige denkt darüber hinaus, dass er einem bestimmten Teil der Gesellschaft sein Denken rüberbringen muss. Bei mir schaut das anders aus, ich möchte einfach meine Geschichte und meine Erfahrungen schreiben, aber niemanden irgendwohin führen. Jeder, der mein Blog kennt, kann lesen oder er kann es sein lassen, das ist mir persönlich recht wichtig. Ich habe nicht die Funktion, jemanden zu überzeugen, ich lebe und beeinflusse dadurch meine engsten Kreise, das reicht mir. Ich will auch niemanden von Drogen überzeugen und auch nicht die Drogen verteufeln, sie sind doch auch nützliche Helfer, so wie Valium oder Paracetamol, an sich noch wirkungsvoller und ohne grossen Nebenwirkungen. Ausser, dass sie genauso abhängig machen, wie Tabletten. Aber wo ist da der Sinn, sich Pharma-Scheisse reinzuhauen und sich nicht mit Drogen zu beschäftigen? Oder wo ist der Sinn überhaupt, diese Staatsarzneien zu nehmen? Da drinnen ist die Staatsideologie einprogrammiert, man fügt sich ohne Probleme, runtergedownt und ohne eigene Meinung, in das Staatsgefüge ein. Genauso, wie der Alkoholiker, der nicht fähig ist, Kritik an den bestehenden Zuständen zu üben. Das Spiel läuft so wunderbar, genauso wie im alten Rom, Brot und Spiele, Medikamentenbetäubung und Fussball, das ist die Welt des Deutschen Michels.

  • Test

    Test vom Handy

    Suchen Sie direkt, wo Sie sind. Bing™.. Die Suche von Microsoft®

  • Stammgruppe

    Nach ca. 10 Wochen in der Aufnahmegruppe und mit totalem Schweigen innerhalb der Gruppe bin ich dann doch noch in eine Stammgruppe aufgenommen worden. Normalerweise sollte man sich bis dahin schon ein wenig geöffnet haben, aber davon war ich noch weit entfernt. Aber früher oder später wird auch ein Schweiger in die Stammgruppe aufgenommen. Wir hatten nun eine feste Gruppe, in die nur ab und zu ein Neuer aufgenommen wurde oder ein anderer in die nächste Stufe aufstieg. Wir hatten dreimal in der Woche Gruppe und einmal in der Woche Grossgruppe, da waren alle Patienten zusammen und es wurde viel gelabert, im Nachhinein habe ich mich in den Teambesprechungen in meiner Arbeit ähnlich gefühlt, wie in der Grossgruppe: laber, laber, laber und woanders warten wichtige Dinge auf mich. Keine Ahnung, warum jeder halbwegs gebildetet Mensch so viel labern muss, anstatt tätig zu werden. Na ja, ich weiss, dass ich so dumm und fehlbar bin, ich habe dem Rest der Welt nichts zu vermitteln, ausser mein Handeln.

    In der Stammgruppe hielt ich mich auf jeden Fall auch erstmal geschlossen, solange bis meine Therapeutin meinte, ich müsste gehen, wenn ich nicht mal anfange zu reden. Irgendwie habe ich es geschafft, was von meinen Schuldgefühlen wg. Evas Tod zu erzählen und dann hatte ich eigentlich wieder eine recht lange Zeit Ruhe. Dann kam ein bisschen was wg. der Rumvögelei von Tanja und ihrem Abbruch und jeder war es zufrieden. Ich habe einfach immer nur das nötigste von mir preisgegeben, um in der Therapie bleiben zu können.

    Ich war zufrieden mit meinem Job in der Küche, das waren ganz andere Arbeitszeiten, wenn ich Frühstück vorbereitete, dann haben die anderen noch geschlafen, wenn ich mit der Abendküche fertig war, dann hatten die anderen schon eine Stunde Freizeit. Wenn Mittag war, dann hatten die anderen Pause und wir mussten arbeiten. Aber wir durften immer rauchen, wenn wir mit unseren Vorbereitungen fertig waren und wenn die anderen gearbeitet haben, dann haben wir draussen gesessen und geraucht, denn wir hatten ja Freizeit. Das war ein wunderbarer Job, direkt am Essen und die Leute waren mit einer guten Küche zufrieden und wir haben eine gute Küche gemacht. Das waren alles Leute, die gerne in der Küche gearbeitet haben, keine Drückeberger oder so. Denn ansonsten konnte man noch im Garten, in der Schreinerei, in der Haustechnik oder im Stall arbeiten. Das war alles härter, als Küche.

    Mir ging es nach einem halben Jahr oder so wirklich gut in dem Laden, war mit guten Leuten zusammen, hatte Spass und war total clean. Das war einfach ein schon lang nicht mehr da gewesenes Gefühl. Aber ich wusste auch von Anfanf an, dass ich immer ein Kräuterfreak bleiben würde, was ich auch jederzeit gegenüber den Therapeuten erwähnte.

  • Auf Therapie

    Tanja kam dann irgendwann, wir hatten erstmal Sex, nachdem wir für eine Zeit lang zusammen ungestört in einem Zimmer sein konnten. Man braucht nicht meinen, dass wir zusammen in einem Zimmer hätten wohnen können, das war schon ganz separat. Ich hatte ja schon gesagt, dass viel Untergrund herrschte auf Therapie, weil ja eigentlich alles interessante verboten war. Ja, und der Junkie steht halt auf den Kick und dann geht halt auch immer wieder Sex ab, auch wenn es verboten ist, die Möglichkeit gibt es immer. Da geht es um Junkies, nicht um phantasielose Normalbürger, wenn ich es nicht schaffe, zu vöglen, wann ich will, auch wenn ich auf Therapie bin, dann hätte ich nicht zehn Jahre als Junkie überlebt.

    Für mich war es halt kein Thema, aber Tanja hat einfach rumgevögelt, nicht nur mit einem Typen, denke, sie wollte mir nicht damit weh tun, aber sie hat halt den Kick gebraucht und ich habe auch Jahre später mitbekommen über einen Therapeuten von ihr, dass sie schon auch einfach heftige psychische Probleme hatte, unabhängig von den Drogen. Anders als bei mir, einfach echt krankhaft und pathologisch. Es hat mir natürlich weh getan, aber gut, es war gelaufen, ich kann nicht mit meiner Frau mehr zusammen sein, wenn sie ein anderer gehabt hat. Wenn ich mit irgend einer Frau ins Bett gehe, dann ist es ok, die kann mit jedem anderen auch ins Bett gehen, aber nicht die Frau, mit der ich mein leben teile. Ich halte mich genauso daran, das ist es einfach. Und ich war zuletzt mit einer wunderbaren Frau zusammen, mit der ich einen wunderbaren Sohn habe. Ich habs halt verschissen, das ist so und langsam verstehe ich es richtig.

    Nun konnte ich auf jeden Fall meinen Weg, den ich gehen wollte, unbeirrt und nicht abgelenkt von einer Beziehung, weitergehen.

    Das einzige Problem, was noch vorherrschte, war einfach meine totale Ignoranz der Psychotherapie gegenüber. Auch nach Wochen wusste ich immer noch nicht, was die von mir wollten oder was ich überhaupt sagen sollte. Denn ein Wille, etwas zu sagen, war bei mir nicht vorhanden. Letztendlich habe ich auch die ganze Therapiezeit nicht viel gesagt, ich habe meinen eigenen, kleinen Film gefahren und habe einfach nur ein Minimum von mir preisgegeben. Mir ist noch kein Therapeut begegnet, den ich nicht über den Tisch hätte ziehen können, da bin ich als Junkie schon einfach abgewixter, als ein Mensch, bei dem alles im Leben gut gelaufen ist und der vom Staat die Psychologie gelernt hat.

    Was anderes waren die Ex-User, die einfach auf Therapie hängen geblieben sind, nur dass sie jetzt dort arbeiten als Therapeuten. Die sind halt auch abgewixt, da muss man vorsichtiger sein. Aber es ist auch ein gutes Spiel.

    Letztendlich bin ich durch die Therapie clean geworden, da will ich nicht meckern. Aber nicht durch das Gelaber, sondern vom Abstand zu den Drogen. Ich war über ein Jahr in der stationären Therapie und dann noch über ein Jahr in einer Nachsorgeeinrichtung, danach wollte ich einfach nicht mehr abrutschen,das wäre zu hart gewesen. Das war der Grund, nicht die grosse Entwicklung während der Therapie. Ich habe auf jeder Heimfahrt gesoffen und habe es verschwiegen, ich war auf meine Art auch abgewixt während der Therapie, genauso wie davor und auch jetzt. Aber ich habe mir auch nie was vorgemacht und das ist verdammt viel wert.

    Ich habe nie wegen irgendwelcher Menschen oder wegen der Gesellschaft eine Therapie gemacht, sonder einfach, weil es für mich an der Zeit war. Und deshalb braucht die Gesellschaft auch nicht unbedingt etwas von mir erwarten, denn sie hat mir nichts gegeben, da, wo ich jetzt bin, da bin ich aus eigener Kraft und eigenem Willen, der Sozialstaat hätte das aus eigener Kraft nicht geschafft.

  • Jeder braucht ne' Attitüde

    Der Spiesser geht am Sonntag in die Kirche und am Montag, da schlägt er seine Frau. Für mich heisst das Wort zum Sonntag Scheisse und das Wort zum Montag mach mal blau!

    Ist zwar zusammengeschustert, aber egal. :DD

    Nein, meine Attitüde steht schon im Titel des Blogs seit gestern:

    >:XX Outside of Society >:XX :crazy:

  • Wir müssen hier raus (Ton, Steine, Scherben)

    Wer kennt sie, oder wer kennt sie nicht, die Scherben? War so eine Arnarcho-Combo, die wirklich gute, saubere Rockmusik gemacht haben. In der Hinsicht eine ganz normale deutsche Band, wenn die Texte nicht gewesen wären. Die Jungs haben mit heftigem Polit-Rock angefangen, sind dann aber auch ruhiger geworden und haben sich mehr mit Sehnsüchten und Liebe beschäftigt, als mit Staatsumsturz. Leider ist Rio Reiser in den neunzigern gestorben, der hat auch nichts ausgelassen in seinem Leben, am Ende ist er am eigenen Blut erstickt, das ihm aus der Luftröhre kam. Das ist wohl so beim Lebertod.

    Sie haben eine wunderbare Scheibe gemacht 1972, Keine Macht für Niemand. Da waren sie eindeutig noch Staatsfeinde, aber in den achtzigern sind sie von unserer wunderbaren Grünen Caludia Roth gemanaged worden. Die sind oft beschissen worden um ihre Gagen von den Musikkapitalisten vorher, aber Claudia hat alles geändert.

    Ein Text, "Wir müssen hier raus!", aus dem Album "Keine Macht für Niemand":

    Im Bett ist der Mensch nicht gern alleine
    und in meinem Bett ist grad noch Platz für dich.
    Doch mein Alter ist fast jeden Tag zu Hause
    und ich glaub, er hat was gegen dich.
    Für mich ist die Welt nicht mehr in Ordnung,
    nicht früh um Sieben und auch nicht nach der Tagesschau.
    Für mich heißt das Wort zum Sonntag "Scheisse"
    und das Wort zum Montag "Mach mal Blau".

    Refrain:
    Wir müssen hier raus! Das ist die Hölle!
    Wir leben im Zuchthaus!
    Wir sind geboren, um frei zu sein,
    wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein.
    Und wir werden es schaffen, wir werden es schaffen.

    Mein Alter sagt, die Welt wird sich nicht ändern,
    dabei weiß er ganz genau, was läuft.
    Doch er glaubt, er vergisst die ganze Scheisse,
    wenn er abends in der Kneipe hängt und säuft.
    Er sagt, der schönste Platz ist immer an der Theke,
    da hat er recht, zu Haus ist kaum noch Platz für drei.
    Darum bin ich auch den ganzen Tag auf Arbeit,
    man kann sagen, ich bin so frei.

    Refrain...

    Wir werden es schaffen.
    Und was kann uns hindern? Kein Geld, keine Waffen,
    wenn wir es woll'n. Wir werden es schaffen.
    Wir sind geboren, um frei zu sein.
    Wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein.
    Wir sind geboren, um frei zu sein,
    Wir sind 60 Millionen, wir sind nicht allein.

    Mittlerweile sind wir 90 Millionen, damals stand noch die DDR. Jetzt sind sie alle frei und können dahin, wo sie wollen. Aber leider können sich die meisten es sich nicht leisten. Da frag ich mich, Freiheiten, die sich keiner leisten kann? Wir haben grosse Fernseher, wir haben alles im Überfluss, aber doch nur, weil es genug andere gibt, die nichts haben. Weil es immer noch Kolonialismus gibt, besonders im Machtbereich der USA, der sich ja bekanntermassen um den gesamten Globus erstreckt.

    Sie haben Che auf dem Gewissen, sie haben Allende auf dem Gewissen (und noch dutzende andere) und werden doch noch von der ganzen Welt hofiert, von den kleinen, dummen Politikern im jeweiligen Lande. Sie wollten Vietnam dahin bomben, wo sie noch immer sind, in die Steinzeit! Sie schützen ihr Benzin auf der ganzen Welt, sie vergeuden alle Ressourcen ohne Bewusstsein, dieses Land braucht eine Massentherapie, in der sich ja ohnehin schon die meisten USA-Bürger befinden.

    Das gleiche gilt natürlich für Deutschland, das mit dem Kopf im Arsch der USA steckt. Das ist halt immer der kürzeste, einfachste Weg, aber wir sind noch nicht am Ende dieses Weges angekommen, Achtung auf das, was noch alles passieren wird, wir werden uns selber vernichten.

    Auf der ganzen Welt gilt die Prämisse des USA-Kapitalismus, verkaufen, verkaufen, verkaufen, verkauf dein Produkt, verkauf Dich selber so gut wie möglich, so wie die Huren auf der Strasse. Mehre dein Vermögen und geh dabei über Leichen, wer es nicht schafft, der hats auch nicht verdient. Die die unten sind, gehören auch da hin, das ist Gottes Wille, das soll so bleiben, damit die Gespickten immer fetter werden können oder ihre Seele reinwaschen, so wie Uschi Glas mit ihrer Scheisseinrichtung Essen für arme Schüler. Uschi, das ist nicht dein fucking job, das ist der Job anderer, dafür zu sorgen, dass dir dein vieles Geld durch geeignete Steuergesetze gekürzt wird und dass dieses Geld dann Bedürftigen zugute kommen kann. Du brauchst dich nicht in deiner pseudo-christlich-sozialen Gesinnung sonnen, wenn du nicht die Mutter von Ben Tewaag wärest, wäre er einer von vielen Verbrechern, die im Knast sitzen und danach HartzIV-Empfänger werden würde. Man sollte einfach deinen Sohn mit Peter Hartz zusammen einsperren, das ist meine Meinung, zwei Verbrecher, die da sind, wo sie hingehören. Und das ist nicht nur meine Meinung, da gibt es eindeutige Urteile deutscher Gerichte gegen beide, die das bestätigen. (Ich war 1989 vier Wochen in U-Haft wg. Aussagen, die haben nie was bei mir gefunden. Klar, da gings um Drogen, darum, was ich innerhalb eines Jahres an Haschisch gekauft hatte. Verurteilt wurde ich auf jeden Fall. Geht mal 23 Stunden in eine Zelle, da denkt ihr bestimmt nicht dran, dass ihr jetzt aber keine Verbrecher mehr sein wollt, da verstärkt sich eure Gesinnung. Ich habe vier Wochen an den ersten Schuss nach dem Knast gedacht und der war geil. Deshalb werden wohl auch keine grossen Tiere eingesperrt, damit sie nicht noch schlimmer werden!)

    Ich will keine amerikanischen Verhältnisse, wo Schauspieler dutzende Millionen im Jahr verdienen und sich darin sonnen können, dass sie eine Million davon Bedürftigen abgeben. Erst, wenn jeder Schwarze oder Latino die gleiche medizinische Versorgung erhält, erst, wenn mehr Schwarze an den Universitäten sind, als im Gefängnis, dann glaube ich wieder an Amerika. Da hilft auch Obama nichts, wie stehen übrigens die Wetten, dass er das Ende seiner Amtszeit erleben wird?

    Und ich will kein Deutschland, wo sich Manager, Politiker und andere hohe Tiere Nutten- und Kokspartys geben und ich bin ein Verbrecher als Kräuter-Freak! Und ich will, dass alle Zombies aufwachen und aufstehen, ihr seid genauso verarscht, wie ich, und ihr müsst es jetzt endlich eingestehen.

  • The Wind Cries Mary

    Was ist das für Wind, wo kommt der her, was ist da los. Kommt wahrscheinlich von irgendeiner geheimen A-Bombenzündung. Normal ist das nicht, ich krieg echt das kotzen, ich will eine bessere Welt. Jeden Tag ein Wetter, das man nicht so bezeichnen kann. Ich hab den Wetterbericht auf meinem Handy mit Fünf-Tage-Forecast, das schaut jeden Tag anders aus! Warum? Weil das Wetter sich jetzt nicht mehr vorhersagen lässt, die Natur macht, was sie will und der Mensch ist eine Mikrobe im Makro-Kosmos und hält sich doch für die Spitze der Evolution, gähn.

  • Goethe

    "Es liegt in der Natur, dass der Mensch sich berausche, ohne zu schlafen. Daher der Genuss von Branntwein, Opium, Tabakrauch."

    Mich würde interessieren, wieviele Menschen dieses Goethe-Zitat kennen, oder wie oft dieses Zitat in einem Germanistik-Studium genannt wird. Er trifft ja auf jeden Fall den Nagel auf den Kopf und man sieht, so was wie die Kiffer und Junkies heutzutage gab es auch schon immer. Niemand hat es interessiert, man trank Laudanum, auch gerne in besseren Kreisen, bei Goethe weiss ich es nicht, aber man denke an Thommas de Quincy (Bekenntnisse eines Opiumessers), das Buch ist sehr alt und sehr wissenschaftlich, die Beschreibung eines Selbstversuchs. Oder denkt an Hans Fallada, der grosse deutsche Author, der hat Geschichten über seine Sucht geschrieben, die sind hart. Ja, damals zu Falladas Zeiten, da war der Beginn der Verfolgung und Verfluchung. Es ist eigentlich jammerschade, dass wir diese Mittel nicht mehr zur Eigenmedikation anwenden können, ausser man hat nichts gegen Strafverfolgung.

    Auch ein Aufruf an alle, die die Finger von Drogen weg lassen, was ja auch vorbildlich und gut ist: lest mal gut recherchierte Bücher und erkundigt euch mal über prominente Drogisten, damit diese schwachsinnigen Vorurteile über diese Menschen endlich mal fallen! Ich bin ein netter Mensch, ich habe ein nettes Kind, das aufgeweckt und total normal ist, ich habe über zwanzig Jahre in meinem Leben gearbeitet und eingezahlt. Ich bin ein gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft, kann aber mein selbstgewähltes Leben nicht offen leben.

    Ich stehe für totale Entkriminalisierung der Drogen, stellt die ganzen Pharma-Präparate aufs BtmG und gebt das Hanf frei. Nur weil es jetzt seit einigen Jahrzehnten verboten ist, hat es doch schon ein bisschen mehr Kultur auf dieser Welt als eure Staats-Tabletten-Scheisse. Diese ganzen Pharma-Dealer gehen mir so auf den Sack mit ihrem nichtwirkenden Präparaten, bei denen man eigentlich mittlerweile nur noch Nebenwirkungen merkt, jedoch keine eigentliche Wirkung.

    Ich habe fünf Jahre lang Paroxetin und Lithium gefressen, um bestimmte Dinge zu unterdrücken, die ich nicht an mir mochte. Ich habs wieder abgesetzt, die Leute in meinem Umfeld haben mich laufend angesprochen, warum ich so zittere usw.. Seitdem geht es mir wieder besser. Das hat aber nichts mit Kiffen zu tun, denn das mache ich immer, mit und ohne Tabletten, mit und ohne Alkohol, mit und ohne Arbeit. Wenn ich stoned bin, dann fragt mich keiner irgendwas, das merkt ja auch keiner, auch nicht wenn ich es ihm sage. Ich bin im Kopf stoned und nicht im Gesicht oder am Körper, ich bin absolut unauffällig und unscheinbar. Das ganze Problem am Hanf in Hinsicht auf den Staat ist einfach, dass man anti-kapitalistische Nebenwirkungen hat im Kopf, nicht im Körper, der bleibt unberührt davon. Deshalb kann man ja auch nicht süchtig davon werden.

    Ich war die letzten Jahre zweimal für jeweils ca. sechs Wochen in Anstalten wg. meinen Depressionen, die eindeutig nicht vom Kiffen kommen. Die waren schon immer da, so ist das. In der Klinik habe ich halt sechs Wochen nichts konsumiert. Hat mich halt gelangweilt, aber nicht gestört, man entwickelt eine Toleranz, ganz klar, aber keine dreckige Abhängigkeit, wie beim Alkohohl oder Heroin. Ich hab mich die Zeit über halt auf den ersten Joint nach sechs Wochen gefreut, aber ich habe nicht sechs Wochen darüber nachgedacht.

    Also, ich will Realismus, ich war ein Junkie und ich sage nicht, lebt nüchtern, das ist das Beste. Das kann ich nicht für einige Milliarden Menschen beurteilen, jeder hat andere Ansichten und Prioritäten. Was ich will, das weiss ich und das mache ich für mich so. Auf jeden Fall kann ich keine nüchternen Spiessbürger gebrauchen, die die Realität nicht checken. Wenn sie nüchtern sind und die Realität checken, sind sie auch meine Freunde. Und irgendwelchen dummgesoffenen Deppen mag ich auch nicht, die bringen die Sache auch nicht weiter, auch wenn ich selber gerne mein Bier trinke, das ist ja die schöne Tradition hier in Bayern. Da, wo der Ministerpräsident sagt, dass man erstmal auf die Wies'n gehen soll, dann kann man schon zwei Mass (Liter) saufen und dann fährt man mit dem Auto wieder heim.

    Die CSU hat dann aber extrem viele Stimmen verloren und der Ministerpräsident musste zurücktreten, das war anscheinend sogar den ganzen CSU-Wählern zu viel.

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen von Privatpersonen, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.